Selbstmarketing 2.0
Eine empirische Untersuchung zum Einsatz von Impression-Management Techniken in sozialen Online-Netzwerken bei Architekten
Die Bauwirtschaft in Deutschland befindet sich seit Mitte der Neunzigerjahre des 20. Jahrhunderts in einem Schrumpfungsprozess. Zwar zeigte der Markt im Jahr 2007 wieder eine Zuwachsrate von 2% im Vergleich zum Vorjahr. Die Prognosen für die Zukunft aber werden infolge der aktuellen Finanz- und Immobilienkrise in den USA weniger positiv ausfallen. Zudem steht die schrumpfende bzw. stagnierende Bauwirtschaft in einem Widerspruch zu den Entwicklungen der Zahl der Architekten und Stadtplaner: seit 1998 hat sich ihre Zahl um 15 % erhöht. Zusätzlich zur steigenden Zahl der Architekten kommen durchschnittlich 8200 Hochschulabsolventen jährlich dazu. Das sind doppelt so viele Absolventen als altersbedingt Berufsangehörige aus dem Arbeitsleben ausscheiden.
Wie also können sich Architekten hinsichtlich dieser schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt etablieren?
Um sich von der Konkurrenz abzuheben und sich am Markt zu positionieren, müssen Strategien der Selbstvermarktung herangezogen werden. Eine Möglichkeit, sich anderen zu präsentieren, bietet sich in der Nutzung von sozialen Netzwerken im Internet.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit
der Selbstdarstellung von Architekten auf sozialen Online-Netzwerken.
Basierend auf der sozialpsychologischen Theorie des
Impression-Managements wurde geprüft, ob und in welchem Maße die von
der Theorie postulierten positiven Selbstdarstellungstechniken einzeln
oder kombiniert von Architekten auf sozialen Online-Netzwerken
eingesetzt werden. Darüber hinaus wurde geprüft, welche Ziele
Architekten mit der Teilnahme an einem sozialen Online-Netzwerk
verfolgen und in welchem Maße diese Erwartungen erfüllt werden. Dazu
wurde vom 15. November bis zum 15. Dezember 2008 eine anonymisierte
Onlinebefragung durchgeführt. Es zeigte sich, dass die Architekten ihre
Online-Selbstdarstellungen in erster Linie darauf ausrichten, ihre
Arbeiten im Internet darzustellen und dabei insbesondere auf eine
individuelle Präsentation in einem attraktiven Umfeld Wert legen. Es
konnte weiterhin aufgezeigt werden, dass die befragten Architekten eine
geringe Bereitschaft aufbringen, bei Fragen, die sie selbst nicht lösen
können, Hilfe in einer Community oder bei anderen Usern zu suchen.
Männer zeigten dabei eine größere Bereitschaft zur Selbstoffenbarung
als Frauen. Soziale Online-Netzwerke werden von den Architekten
vorwiegend zur Informationsbeschaffung und weniger zum Zeitvertreib
genutzt. Informationen über Geschäftspartner und eine möglichst große
Öffentlichkeit
spielen dabei eine wichtige Rolle. Das von den befragten Architekten
meistgenutzte soziale Online-Netzwerk „Xing“ erwies sich, insbesondere
im Hinblick auf Bildmaterial für die Visualisierung von Projekten, als
unzureichend. Gestützt durch die Ergebnisse der Untersuchung und der
Diskussion, wurde abschließend eine Empfehlung für die Gestaltung eines
sozialen Online-Netzwerkes für Architekten abgegeben.
networks predominantly to look for information, and less as a time-filler. Information about business partners and as much publicity as possible also played a significant role. Architects surveyed from the most used online social network, ‘Xing’, regarded image material for visualising projects in particular as insufficient. By way of conclusion and based on the results of the survey and a discussion, a recommendation was made for creating an online social network for architects.
